Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich vor ein paar Jahren von meiner besten Freundin gefragt wurde: Wer bist du? Ich bin an dieser Frage kläglich gescheitert und bin richtig verzweifelt. Konnte gar nichts sagen. Wir haben doch sonst auf alle Fragen immer eine Standardantwort parat, aber damals wusste ich, dass diese Frage nicht einfach so beantwortet werden kann. Diese Frage hat mich im Unterbewusstsein sehr lange beschäftigt.
Heute kann ich diese Frage beantworten: Ich bin Mensch. Ich bin Gast auf dieser Welt. Ich bin gut so wie ich bin. Ich bin nicht schlechter als die anderen, und niemand ist besser als ich. Denn ich habe etwas sehr wesentliches gelernt: Wir sind alle Eins! Ich bin kein Follower, ich bin Student. Ich lerne jeden Tag etwas neues und aus jeder neuen Erfahrung können wir viele wichtige Weisheiten für unsere Zukunft übernehmen. Das Leben gibt uns ständig Zeichen, aber wir haben nie gelernt, auf diese zu „hören“, auch wenn diese manchmal direkt vor unserer Nase als Orchester auftauchen.
Ich werde oft gefragt, bist du jetzt Spanier oder Schweizer? Ich bin beides und doch nichts von beidem. Ich bin Weltbürger. Ich bin Licht. Alles andere ist nur eine Illusion; denn du bist nicht einmal deine Gedanken. Ich habe jeden einschränkenden Gedanken gelöst, da diese Schwarz/Weiss-Mentalität zu den wahren Problemen auf dieser Welt führen. Bist du für die SVP oder SP? Bist du für Trump oder Hillary? Ist die Postfinance oder Raiffeisen besser? Und dabei frage ich mich selber: Bin ich wirklich der Einzige der kapiert hat, dass keine der Optionen gut sind bzw. zu einer Lösung der Weltprobleme führen? Alle diese Einheiten oder Personen sind Teil des Problems. Während wir diskutieren, ob das Wahlprogramm der SVP oder SP besser ist, lösen wir nämlich KEIN einziges Problem. Also sind wir auch bei der Ursache allen Übels.
Ich bin also „weder, noch“. Ich bin nicht links und auch nicht rechts. Ich bin jemand der versucht immer auf Basis eines gesunden Menschenverstandes zu entscheiden. D.h. wenn ich morgen mehr Fakten über ein spezifisches Thema habe, dann kann es gut sein, dass ich meine Meinung um 180 Grad drehe. Das gehört zum lebenslangem Lernen dazu. Meine Meinung ist nicht in Stein gemeisselt. Wir alle wissen eigentlich, dass wir nichts wissen. Diese Erkenntnis gehört zum erwachsen werden und zu einer ausgereiften Persönlichkeit. Daran arbeite ich jeden Tag unaufhörlich. Denn vergiss nie: Was nicht besser wird, wird schlechter.